Nachbetrachtung des Wahlergebnisses

Bei der Kommunalwahl in Glienicke/Nordbahn am 26.5.2019 wurde die SPD, entgegen jedem Trend, mit 23,2 Prozent stärkste politische Kraft im Ort. Für die SPD Glienicke bedeutet das eine positive Bestätigung ihrer bisherigen Arbeit auf lokaler Ebene. Bei näherer Betrachtung der einzelnen Ergebnisse sind es drei Aspekte, die mir besonders auffallen:

1) 69 Kandidatinnen und Kandidaten standen für die Glienicker Gemeindevertretung zur Wahl. Deren Durchschnittsalter betrug knapp 54 Jahre, der Frauenanteil 28,9 Prozent. Die Ergebnisse der Kommunalwahl zeigen, dass viele Wählerinnen und Wähler bewusst jüngeren und weiblichen Kandidierenden ihre Stimme gegeben haben. Und zwar listenübergreifend! So beträgt das Durchschnittsalter der gewählten Kandidierenden circa 51 Jahre, der Frauenanteil sogar fast 41 Prozent.

2) Die Stimmen für die Glienicker SPD holte mit fast 60 Prozent (2.758 Stimmen) ausschließlich unser Ortsvereins- und bisheriger Fraktionsvorsitzender Uwe Klein. Das ist für ihn persönlich ein großartiges Ergebnis und beweist, dass engagierte Arbeit vom Wähler honoriert wird. Für den Ortsverein selbst finde ich es ein schwieriges Signal. Mit 18 Kandidierenden hatten wir die Liste bewusst breit aufgestellt. Dennoch verteilen sich die für die SPD abgegebenen Stimmen nicht so in die Breite wie gehofft. Das zweitstärkste Ergebnis fuhr mit 285 Stimmen Kathrin Kröger auf Listenplatz 2 ein. Für die Zukunft heißt das, dass in den nächsten Jahren zwingend mehr SPD-Köpfe in der Außendarstellung gesetzt und wahrgenommen werden müssen.

3) Ihr schlechtestes Ergebnis erreichte die Glienicker SPD mit 18,9 Prozent im Stimmbezirk Bürgerhaus. Das sind 4,86 Prozentpunkte weniger im Vergleich zum Durchschnittswert der restlichen Wahllokale. Meine Interpretation: Bei der Diskussion um eine Verkehrsberuhigung in der Alten Schildower Straße kam der Vorschlag eines unserer ehemaligen Gemeindevertreter, den Karlplatz für den Verkehr zu öffnen, nicht besonders gut an. Dafür spricht auch das überdurchschnittlich gute Abschneiden der Grünen in diesem Stimmbezirk. Das verloren gegangene Vertrauen an dieser Stelle gilt es in der nächsten Legislaturperiode zurückzugewinnen.

Nachtrag vom 5.6.2019

Heute haben wir die Auswertung der Ergebnisse erhalten, aus denen hervorgeht, wieviele Stimmen die einzelnen Kandidierenden in den jeweiligen Wahlbezirken erhalten haben. Nach diesen muss die These aus Punkt 3 klar revidiert werden. Denn es waren ausgerechnet unsere beiden Vertreter im Infrastrukturausschuss (TIG), die im Wahlbezirk „Bürgerhaus“ trotz (oder wegen?) ihrer kritischen Haltung zum Thema Verkehrsberuhigung überdurchschnittlich gute persönliche Ergebnisse erzielt haben. Das macht es um einiges schwieriger, eine nachvollziehbare Erklärung dafür zu finden, warum die SPD in diesem Stimmbezirk überdurchschnittlich schlecht und die Grünen überdurchschnittlich gut abgeschnitten haben.
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